PREISE

Tankred Dorst Preis (2009/2010 bis heute)


Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Fernsehen und Film richtete anlässlich des 10jährigen Bestehens der DrehbuchWerkstatt München einen Preis für Absolventinnen und Absolventen ein. Der Preis wird jährlich verliehen. Er trägt den Titel Tankred-Dorst-Drehbuchpreis der DrehbuchWerkstatt München.


Preisträger 1998/1999 – 2008/2009

2019/2020: Writers‘ Room für „Courage“ und Caro Ellert für „Adam“

Der Tankred Dorst Preis 2020 geht ex aequo an den Writers‘ Room: KONSTANTIN ACHMED BÜRGER, MARKUS SIMON, LU TRAUMANN, ANIA WIESEN – für ihr Serienprojekt „COURAGE“! Headautor: Johannes Betz. Der Preis geht ebenso an Caro Ellert für ihr Drehbuch „ADAM“.

2018/2019: Marcus Pfeiffer für „Beckenrand Sheriff“

Der Beckenrandsheriff hat uns trotz oder wegen seiner lakonischen Granteligkeit begeistert. Marcus Pfeiffer gelingt Großes im ganz Kleinen: Eine irre bayerische Dorfwelt mit einem liebevoll gezeichneten, schrägen Ensemble in dem ein Wasserball spielender Priester nur die Spitze des Eisbergs ist. Eine ungewöhnliche Flüchtlingsgeschichte, wie wir sie so noch nicht gelesen haben. Präzise, originell, handwerklich auf den Punkt – und schreiend komisch.

2017/2018: Peter Meister für „Das schwarze Quadrat“

Begründung: „Man wird unmittelbar von den lebendig erzählten Figuren auf eine Reise mitgenommen, der man sich nicht mehr entziehen kann. Witzige Dialoge, eine sich permanent zuspitzende Situation und eine unter dem Komödiantischen liegende Tiefe halten einen auf dem Kreuzfahrtschiff fest. Bis zum überraschenden Ende.“

2016/2017: Steffi Hensel für „Die Rote Pumpe“

Begründung: Die Jury war beeindruckt von der Authentizität dieser Geschichte. Es spricht eine Autorin zu uns mit einer erkennbar eigenen Stimme, filmisch und verankert in der Wirklichkeit. Es gelingt ihr eine Tonalität zwischen Komödie und Drama. Die Dialoge sind witzig, lebensecht, leicht und spritzig.

2015/2016: Frédéric Hambalek für „Das schlafende Mädchen“

Ja, die Geschichte eines Polizisten, der mit seinem Auto ein Kind anfährt und sich mit seiner Schuld auseinandersetzen muss, haben wir alle schon mal gesehen, zumindest so oder so ähnlich. Aber: dass es dann einem Autor gelingt, dieser Geschichte mit großer handwerklicher Souveränität so viele spezifische und originelle Details abzugewinnen, hat uns beeindruckt. Seine Art zu erzählen ist unglaublich direkt, die Dialoge immer lebendig, die dramaturgischen Wendepunkte überraschend und folgerichtig zugleich. Der Autor bezeichnet seine Geschichte als Heimat-Noir, und tatsächlich gelingt es ihm, die deutsche Provinz in einer so plastischen Art und Weise darzustellen, dass man in allen Details diesen Ort vor sich sieht, an dem man nie leben will. Der Tankred-Dorst-Preis 2016 geht an Frederik Hambalek für sein Drehbuch „Das schlafende Mädchen“.

2014/2015: Olivia Vieweg für „Endzeit“

Die Jury – bestehend aus Götz Otto, Viola Jäger und Tomasz Emil Rudzik – begründete ihre Entscheidung: „Endzeit ist ein detailliert gezeichneter Zombie Film in überhitzter Sommerlandschaft, der es schafft trotz aller Scheusslichkeit in sehr unterhaltsamen Ton seine Protagonistinnen durch eine Apokalypse zu führen in der Weimar und Jena die vermeintlich letzten Städte menschlicher Zivilisation zu sein scheinen. Hierbei bedient sie sich einer starken und unverbrauchten Bildsprache. Anders als in anderen Filmes des Genres führen uns hier zwei starke junge Frauen durch die Geschichte. Die Autorin stattet ihre Figuren facettenreich mit humorvollen und klugen Dialogen aus. Eine spannende mitreißende Geschichte nicht nur für Freunde des Genres.“

2013/2014: Eva Kranenburg für „Die denkwürdigen Erlebnisse meines Vaters“

Die Jury – bestehend aus FACK JU GÖTHE-Produzentin Lena Schömann, den Regisseuren Marcus H. Rosenmüller und Christian Bach – zeigte sich „beeindruckt von der Originalität der Geschichte in einem Genre, das hierzulande in Vergessenheit geraten ist. E.T.A. Hofmann meets Stieg Larsson. Die Bilder lassen einen nicht los!“

2012/2013: Angela Gilges „Solo für Ann“

Angela Gilges gelingt es, den Zuschauer unwiderstehlich in den Karriere-Plan ihrer dunkel-schillernden Hauptfigur zu ziehen. Ann, die begnadete Cellistin, ist gut für Überraschungen, wo andere vorhersehbar werden. Die Welt der klassischen Musik wird zur Bühne tödlicher Wendepunkte auf dem Weg zu Ruhm und Lebensglück. Eine schwarze Geschichte mit empfindsamen Untertönen.

2011/2012: Stefan Linn für „Backfire Effects“

Stefan Linn belebt und meistert das Komödiengenre in origineller Weise. Seine Dialoge sind auf den Punkt, die Handlung ist gut strukturiert, dicht und nie vorhersehbar. Sein Panoptikum wahnwitziger Familienfiguren reizt zum immer lauteren Lachen und dem Wunsch, andere damit anzustecken.

2010/2011: Elena von Saucken für „Coconut Hero“

Jury: Simon Verhoeven, Jeannette Hain, Ariela Borgenberger

2009/2010: Christoph Busche für „Bis sie wiederkommt“

Besticht in seiner Klarheit, Präzision und Stärke. Der Autor zeigt uns ständig spektakulärere Möglichkeiten auf, die Geschichte weiterzuspinnen, entscheidet sich dann für etwas anderes, vielleicht Wahreres. Dabei bleibt er vor allem durch seine Genauigkeit in der Beobachtung spannend, eigen und menschlich stark. Jury: Florian David Fitz, Sherry Hormann, Molly von Fürstenberg

Tankred Dorst, einer der herausragenden Gegenwartsdramatiker und Autoren, verschiedentlich als Drehbuchautor herausragender Filme tätig und langjähriger Dozent der Hochschule für Fernsehen und Film, hat seine Zustimmung erteilt. Ausgezeichnet wird ein herausragendes Buch des jeweiligen Jahrganges der DrehbuchWerkstatt München mit einem Preis-Geld von € 3.000. Das Kollegium von Leitung und Buchbetreuern der DrehbuchWerkstatt München nominiert drei Bücher. Eine unabhängige Jury, in der ein Vertreter des Vorstandes der DrehbuchWerkstatt vertreten ist, wählt daraus den Preis. Der Preis wurde erstmalig für den 10. Jahrgang (1998/99) verliehen.