ÜBER DIE DREHBUCHWERKSTATT

Es ist wohl diese unbändige Lust, großartige Geschichten zu erzählen. Vielleicht auch der Charme, im Hintergrund zum Erfolg eines „Kassenschlagers“ beizutragen. Ganz sicher aber ist das Drehbuch festes Fundament einer Produktion. Es ist die Partitur in Courier zwölf Punkt – für große Gefühle und bewegende Momente auf der Leinwand und dem Bildschirm. In der Drehbuchwerkstatt München können Sie genau diese Passion lernend ausleben und verfeinern. Unter dem Dach der HFF nimmt der Zauber seinen Lauf: Die Idee, ein Exposé, ein Handlungsablauf – und dann ein Drehbuch, das vielleicht schon bald den Markt erobert. Think it, write it, shoot it. Willkommen in unserer Kreativ-Schmiede! (siehe auch Stab & Organisation der Drehbuchwerkstatt München)

Kino / Fernsehfilm

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines eigenen Stoffes hin zum Langfilm-Drehbuch. Die Teilnehmer*Innen bilden sich während eines Drehbuchjahres in Dramaturgie, Filmsprache, Filmproduktion und Medienrecht fort. Jede/r Teilnehmer*in hat für seinen/ihren Stoff eine/n persönliche/n Betreuer*in aus der Branche. Zusätzlich treffen sich alle Autor*innen und Betreuer*innen sechsmal im Jahr, um den Entwicklungsstand der einzelnen Bücher zu besprechen. In diesen Kolloquien werden alle Projekte von allen zur Diskussion gestellt. Daran schließt sich jeweils eine obligatorische Seminarwoche an.


Writers‘ Room

2017 erweiterte die Drehbuchwerkstatt ihr Fortbildungsprogramm durch die Einrichtung eines Writers‘ Room. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer Serie. Vier Teilnehmer*innen erhalten hier die Möglichkeit, zusammen mit einer/einem professionellen Headautor*in eine Serie zu entwickeln. Diese spezielle Arbeitsweise, erfordert von den Autor*innen neben Kreativität auch ein hohes Maß an Teamfähigkeit und Flexibilität, um gemeinsam eine horizontal erzählte Geschichte von der Grundidee bis hin zu fertigen Drehbüchern auszuarbeiten. Headautor des aktuellen Writers‘ Room ist Philipp Schneider. Bisherige Headautor*innen waren Johannes Betz (u.a. „Das Boot“, „Die Spiegel-Affäre), Stephan Knösel (u.a. „Dahoam is Dahoam“) und Sabine Bachthaler (u.a. „Sturm der Liebe“).


Audience:first storytelling lab

Seit 2022 bietet die Drehbuchwerkstatt gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk Autor:innen an, eine Woche lang intensiv mit anderen Kreativen zielgruppenorientiert serielle Formate zu entwickeln – dokumentarisch und fiktional. Sechs der Teilnehmer:innen bringen als Creator:innen einen eigenen Stoff mit und treffen im Lab auf sechs Contributor:innen, mit denen sie gemeinsam arbeiten, sich in kurzen Abständen Feedback geben und potentielle Zuschauer:innen befragen – nach ihren Bedürfnissen, Vorlieben und nach ihrem Umgang mit den Medien. Für wen erzählen wir diese Geschichte? Welche Fragen beschäftigen unsere Zielgruppen und nach welchen Geschichten sehnen sie sich? In das Lab kommen außerdem hochkarätige Gäste aus der Film- und Fernsehbranche und geben den Teilnehmer:innen Input zu Zielgruppen- und Trendforschung, Programplanung, Social Media und Audience Design.

In einer Masterclass am Ende des Labs bekommen die Teilnehmer:innen Einblicke in die Arbeit eines erfolgreichen Medienvertreters, der ihnen außerdem konkretes Feedback zu ihren eigenen Stoffen gibt. Danke an Lasse Scharpen (Studio Zentral), der die Masterclass für das audience:first DRAMA SERIES 2022 gehalten hat. Und zu guter Letzt pitchen die Creator:innen zwei Monate nach Lab-Ende im Rahmen eines ONLINE-Events ihre Projekte vor Vertreter:innen der Medienbranche und potentiellen Finanzierungspartnern. Das ONLINE Booklet zum PITCH des Audience:first DRAMA SERIES 2022 findet ihr unter https://www.drehbuchwerkstatt.de/audiencefirst22.

Das Audience:first storytelling lab findet zweimal pro Jahr statt. Das nächste Lab startet in der letzten März-Woche 2023 zum Thema AUDIO FICTION. Einreichung ab dem 12.12.22.

TEILNEHMER:INNEN Wer ist dabei?

Audience:first ist offen für Autor:innen, Film- und Fernsehproduzent:innen, Regisseur:innen, Formatentwickler:innen, Redakteur:innen, Journalist:innen, und andere Medienschaffende mit ausreichender Vorausbildung. Nachwuchstalente werden ausdrücklich zur Teilnahme ermutigt.

Das audience:first storytelling lab ist eine Initiative von vier führenden bayerischen Medieninstitutionen – dem Bayerischen Rundfunk, der Drehbuchwerkstatt München, dem Seriencamp und der HFF München.


dok.art

dok.art ist seit Herbst 2020 ganz neu im Portfolio der Drehbuchwerkstatt. Als vergleichbares Fort- und Weiterbildungsprojekt für Dokumentarfilmer*innen ist dok.art der Idee der Drehbuchwerkstatt verpflichtet.

Während in der Drehbuchwerkstatt die fiktionale Erzählung im Mittelpunkt steht, ist es bei dok.art die non-fiktionale Erzählweise. Nachwuchs-Regisseur*innen gibt dok.art ein Forum, das es ihnen ermöglicht, ihren Debut-Dokumentarfilm unter professioneller Anleitung zur Drehreife zu entwickeln. Das Fortbildungsprogramm von dok.art ist in Jahreszyklen organisiert und bietet individuelle Betreuung und entsprechendes Unterrichtsprogramm an.

dok.art ging aus der Initiative „Musenraum“ von Thomas Riedelsheimer hervor, der ein Entwicklungsprogramm für non-fiktionale Stoffe mit einer direkten Betreuung der Teilnehmer*innen und ihrer Projekte etablieren wollte. Das Konzept der Förderung des Nachwuchses im Dokumentarfilm, an der Schnittstelle zwischen Ausbildungsende und professionellem Filmschaffen, ist nun in die Drehbuchwerkstatt München integriert. Die Projektleitung hat Thomas Riedelsheimer inne.

Das dok.art Programm richtet sich an deutschsprachige Dokumentarfilmschaffende und ist für die Teilnehmer*innen kostenfrei. Bewerbungen können einmal im Jahr erfolgen, die angestrebte maximale Verweildauer im Programm ist auf 2 Jahre festgelegt. Das dok.art Programm kann maximal 10 Projekte aufnehmen und hat zwei 2 wesentliche Schwerpunkte.

Intensivwochen

Kernstücke des dok.art Programms sind die zwei Mal im Jahr stattfindenden Intensiv-Wochen. Dazu treffen sich im Herbst und im Frühjahr alle Teilnehmer*innen mit drei Tutoren*innen für 5 Tage an einem schönen Ort “in Klausur”. Das Programm der Intensiv-Wochen basiert auf fünf Elementen.

Intensive Diskussionen in der Gruppe oder in Einzelterminen, – input lectures durch die Tutor*innen, Tagesworkshop mit einem wechselnden Gast, Filmclub mit case studies, Freiräume für spontane Gruppengespräche oder auch Rückzug.

Individuelle Betreuung

Während des dok.art Programms können die Teilnehmer*innen auch außerhalb der Intensiv-Wochen – in begrenztem Maße – auf die Hilfe der Tutoren*innen zurückgreifen. Die individuelle Betreuung findet in klarer Absprache zwischen Teilnehmer*in, Tutor*in und der dok.art statt.

Leitung

Thomas Riedelsheimer (*1963) studierte an der Filmhochschule in München und arbeitet als freier Filmemacher, Kameramann und Editor. Besonders mit seinen poetischen und visuellen Kinodokumentarfilmen hat er sich über Deutschland hinaus einen Namen gemacht. 2008 gründete er mit Stefan Tolz zusammen die Filmproduktionsfirma Filmpunkt GmbH.

Thomas Riedelsheimer hat zahlreiche nationale und internationale Preise gewonnen, darunter mehrfach den Deutschen Filmpreis Lola und den Adolf-Grimme Preis sowie Hauptpreise auf Filmfestivals in Leipzig, San Francisco, Locarno, Montreal. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen Rivers and Tides, Touch the Sound, Seelenvögel oder Leaning into the Wind.

Thomas Riedelsheimer ist seit 2006 fester Dozent an der Filmakademie Ludwigsburg. Daneben hat er Workshops und Seminare unter anderem in Katar, Edinburgh, München oder Berlin gegeben. 2009/2010 hat er ein Jahr in Vancouver an der Emily Carr University of Art and Design Dokumentarfilm unterrichtet.

Bewerbung
Bewerbungen sind einmal im Jahr von Anfang Mai bis Mitte Juni möglich. Weitere Informationen auf der Bewerbungs-Seite!


1ST MOVIE

Im September 2022 startet unter dem Dach der DREHBUCHWERKSTATT MÜNCHEN das Debütfilm-Programm 1STMOVIE, das sich ganz konkret an Regie- und Drehbuchabsolvent*innen deutschsprachiger Filmhochschulen richtet. Über ein Jahr hinweg erhalten die Teilnehmer*innen hier die Möglichkeit, strukturiert und betreut ihren Debütfilm zu entwickeln!

Weitere Infos zu den Bewerbungs-Modalitäten gibt es hier: 1STMOVIE-BEWERBUNG!


BAYERNSERIE


Von 2019 – 2022 gab es drei weitere Writers‘ Room im Rahmen der Drehbuchwerkstatt München.

Idee und Ziel der BAYERN Serie war es, Besonderheiten des Freistaates Bayern in einer horizontal erzählten und unterhaltsamen Geschichte zu thematisieren. Schlagwörter sind hier u.a.: Strukturwandel, Landflucht, Bauernsterben, Expansion der Städte.

Den ersten Writers‘ Room des Bayern Projektes (Lilienreuth forever) leitete Professor Andreas Gruber (u.a. „Hannas schlafende Hunde“) als Headautor, vier erfahrene Absolvent*Innen der Drehbuchwerkstatt München bildeten das Autor*Innen-Team. Headautorin der zweiten Runde war Sabine Bachthaler. Gemeinsam mit Absolvent*innen entwickelten sie die schwarze Komödie „Die Erben“. Im dritten Writers‘ Room der BAYERN Serie wurde die Serie „In Vitro Veritas“ unter Leitung der Headautorin Barbara te Kock, selbst Absolventin der Drehbuchwerkstatt München, entwickelt.