Hartmut Grund

 
    Hartmut Grunds berufliche Entwicklung ist eng mit der Entwicklung des deutschen Fernsehens verbunden. Schon kurz nach der Gründung des Norddeutschen Rundfunks 1952 arbeitet er als Autor für den Fernsehsender des NDR. Gründerjahre waren das. Grunds Fernsehspiel DER UNTERGANG DER TITANIC wird z. B. im Studio geprobt und dann life ausgestrahlt, eine Methode, die heute ausschließlich Sportereignissen vorbehalten ist.


Nachdem er 1955 einen Roman (Sechs Spiele) bei Claassen veröffentlicht hat, geht er von Hamburg, seiner Geburtsstadt, nach Berlin an die UFA Studio- und Montage GmbH. Er arbeitet dort vorwiegend als Dramaturg. Volker von Collande, Edzard Reuter und Werner Miezner sind Mitarbeiter des UFA-Teams.

1962 findet wieder ein Wechsel - von Berlin nach München - statt. Bertelsmann versucht, einen ersten privaten Fernsehsender aufzuziehen. Der Versuch scheitert. Hartmut Grund geht als Leiter der Abteilung Fernsehspiel zum Hessischen Rundfunk. Zusammen mit Heinz Ungureit und Franz Everschor baut er die Filmredaktion der ARD auf.


1967 holen ihn Helmut Krapp und Hans Gottschalk nach München an die Bavaria. Beinahe zwei Jahrzehnte leitet er die dortige Serienabteilung. Unter seiner Leitung sind unendlich viele Serien entwickelt worden, die Hartmut Grund dramaturgisch betreut und als Autor mitgetragen hat.


In den Achzigern übernimmt er die Entwicklung des WDR-Tatortes mit dem berühmt gewordenen Kommissar Schimansky (Götz George).Viele Jahre über seine Pensionierung hinaus ist er danach Dramaturg, Autor und Produzent des erfolgreichen Tatortes.


Danach sind ihm noch fünf Jahre als dramaturgischer Berater in der Münchner DrehbuchWerkstatt beschieden, bis ihm eine schwere Krankheit die Weiterarbeit unmöglich macht.

Hartmut Grund hat entscheidend zur Entstehung einer Fernsehdramaturgie beigetragen. Als Dramaturg hat er sich in unserer Fernsehlandschaft einen Namen gemacht. Und ganz sicher gehört er zum Urgestein deutscher Fernsehgeschichte.

München, den 15. August 1999

Eva Mieke