Ein Drehbuch schildert den Verlauf einer Film-Handlung auf ca. einer Seite pro Minute; ein 1-1/2-Stunden-Film wird so auf ungefähr 90, ein Zweistundenfilm auf ca. 120 Drehbuchseiten wiedergegeben.
| Die Schilderung erfolgt in Szenen. Eine neue Szene setzt ein, indem - räumlich oder zeitlich - "gesprungen" wird. Beispielsweise sehen wir, was sich in einem Büro abspielt, danach ein neuer Schauplatz: Bahnhof. In dem "Sprung" - von Büro zu Bahnhof - liegt eine neue Szene. Oder ein Wortgefecht beginnt in dem Büro, geht weiter in der Teeküche oder vor dem Gebäude; in beiden Fällen fängt mit der Veränderung der Umgebung (Büro→Teeküche...) eine neue Szene an. Oder der Streit beginnt z.B. vormittags in dem Büro, und wir sollen als nächstes sehen, dass er mittags noch immer andauert, in derselben Umgebung - dieser Zeitsprung käme dann ebenfalls in einer neuen Szene zum Ausdruck. |
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Eine Drehbuch-Szene beginnt immer mit ihrer ÜBERSCHRIFT, welche anzeigt, ob folgende Handlung drinnen (INN.) oder draußen (AUSS.) und an welchem Ort sie spielt, inwieweit dort die Sonne scheint.
INN. SUPERMARKT - TAG
AUSS. HINTERHOF - NACHT
Wenn allein in der Zeit gesprungen wird, reicht ein
SPÄTER
oder, sollte sich die Lichtsituation verändert haben (etwa in der SUPERMARKT-Situation weiter oben)
SPÄTER - abends
später - nacht
Ein Drehbuch wird letzten Endes verwandt, um Dreharbeiten zu organisieren. Die Angabe der Lichtsituation einer Szene ist deswegen wichtig, weil sie anzeigt, inwieweit bei einer eventuellen Realisierung Scheinwerfer, elektrische Anschlüsse usf. nötig sein werden, ein Kostenfaktor. Am günstigsten lässt sich eine Handlung abfilmen, die tagsüber im Freien spielt.
Unter der
Überschrift folgt eine Beschreibung der Handlung in der Gegenwartsform
(Präsens):
INN. LIMOUSINE - TAG
GEORG und ANNA auf dem Rücksitz. Georg beugt sich vor und öffnet einen Mini-Eisschrank, der voller kleiner Flaschen ist.
Wenn die Figuren etwas sagen, gibt man ihre NAMEN ca. 9 Zentimeter vom linken Seitenrand wieder. Eine Zeile tiefer in einem Raum, der ca. 6 Zentimeter vom linken Seitenrand beginnt und ca. 6 Zentimeter vorm rechten Seitenrand endet, erscheinen ihre Worte.
GEORG
Ich fahr zum ersten Mal in so einem Schlitten. - He, 'ne Minibar!
Die angegebenen Entfernungen von den Rändern lassen sich hier - innerhalb des Netzauftritts der DrehbuchWerkstatt München - nicht deckungsgleich nachbilden, da sie sich auf DIN-A-4-Papier-Seiten beziehen. Die "Seite", die Sie gerade lesen, ist dagegen so eingestellt, dass sie sich den Dimensionen des zu ihrem Lesen verwendeten Browsers/Bildschirms anpasst. Halten Sie sich zur richtigen Dimensionierung Ihrer Drehbuchseite/n daher bitte an die Zentimeter-Angaben, bezogen auf DIN-A-4.
So wie ein Film als ganzes hat auch jede Szenen Anfang-Mitte-Ende
- welche nicht vollständig wiedergegeben werden müssen. Beispielsweise
versucht eine Frau, ihrem Mann beim Abendessen etwas schonend beizubringen. Dafür ist nicht nötig, mit dem Sich-zu-Tisch-setzen
oder den Vorspeisen zu beginnen. Man kann später einsteigen:
INN. ESSZIMMER - ABEND
MONIKA und GERD beim Abendessen.
MONIKA
Noch Kartoffeln?
GERD
Nein danke, ich werd' zu fett.
MONIKA
Du übertreibst. - Hab' ich dir erzählt, dass Gaby heute angerufen hat?
GERD
Hm...
MONIKA
Sie will unbedingt, dass wir uns mal wieder treffen. Du weißt schon, Weiberabend. Ich glaub', sie ist deprimiert. Sie tut mir leid.
GERD
Weswegen sollte sie deprimiert sein? Ihr Mann verdient 250.000 im Jahr.
MONIKA
Trotzdem, ich glaub', ich sollte sie mal besuchen. Leider hat sie nur Sonntagabend Zeit.
GERD
Du hast du ihr gesagt, dass wir sonntags zu Mutter gehen.
MONIKA
Mhm.
GERD
Mutter würde glauben, dass du was gegen sie hast, wenn du nicht mitkommst. Das hast du Gaby gesagt, oder?
MONIKA
Mehr oder weniger.
GERD
Gut.
Hier könnte man zu einer anderen Szene wechseln. Weder haben wir Anfang oder Ende des Abendessens noch von Monikas Unterfangen gesehen, ihren Mann dahin zu bringen, dass er ihnen mehr Freiraum gegenüber seiner Mutter einräumt.
Ein Spielfilm schildert in der Regel das Schicksal eines Wunsches: Seine
Hauptfigur
verfolgt ein Ziel - trifft dabei auf Widerstände. Schließlich
erlebt sie einen Moment der Wahrheit und erreicht infolgedessen ihr Ziel oder verfehlt
es. Dasselbe gilt im kleinen für eine Szene.
In der Beispielszene leitet Monika ihr Anliegen mit Hab' ich dir erzählt, dass heute Gaby angerufen hat? ein. Das ist ihr Vormarsch: sie plant, der Schwiegermutter am Wochenende fernzubleiben - und trifft auf Widerstand, denn Gerd hat gleich kein Mitleid mit ihrer Freundin. Gaby gibt nicht auf. Mehr Widerstand von Gerd. Dann der Moment der Entscheidung: Monika habe Gaby gesagt, dass es nicht geht. Oder? Es folgt die Auflösung. Monika resigniert mit den Worten: Mehr oder weniger. Gerd: Gut.
Die Szene wird mit
etwas Dialog eingeleitet, der noch nicht mit dem Hauptkonflikt zu tun
hat (Monika bietet Kartoffeln an - Gerd lehnt ab und sagt, er werde zu fett - was
sie abstreitet). Diese Eröffnung gibt es aus zwei Gründen: damit der
Zuschauer sich in die vorgestellte Umgebung findet (bevor einem jemand zuhört, muss er
sich erst einmal umgesehen und begriffen haben, wo er sich befindet), und um das Gespräch
beim Essen wirklichkeitsnäher zu gestalten.
Für die Beschreibung des Tuns in der Beispielszene reichte der Halbsatz Monika und Gerd beim Abendessen. Da die ganze Szene hindurch gegessen wird, hätte man weitere "Taten" schildern können: er salzt seine Erbsen nach, sie streicht Butter aufs Brot, er gießt sich Wein nach. Wenn aber kein erzählerischer Grund besteht, einen Vorgang zu beschreiben, wird dessen Schöpfung dem Schauspieler oder Regisseur überlassen. Wäre es dagegen z.B. darauf angekommen zu zeigen, dass Gerds tyrannische Art seine Frau zum Trinken bewegt, hätte man die Szene mit der Beschreibung beenden können: Monika schüttet sich Wein nach und leert das Glas in zwei Schlucken.
Szenen können
unterschiedlich lang sein, wenigen Zeilen oder mehrere Seiten.
Unterschiedlich lange Szenen verleihen einem Drehbuch Rhythmus, während immer
gleichlange Szenen Eintönigkeit fördern.
Szenen
können wortlos sein. Wenn ein Vater zum Beispiel das Sorgerecht für seine
kleine Tochter verloren hat und sie sehr vermisst, mag das vermittels einer
Szene ausgedrückt werden, die ausschließlich darin besteht, dass er sie
- unbemerkt - dabei beobachtet, wie sie den Pausenhof betritt und dort Seil hüpft.
Öfter, als man denkt, ist es möglich, einen langen Wortwechsel durch eine kurze
rein visuelle Szene zu ersetzen. Diese
Möglichkeit ist fast immer vorzuziehen! Was wirkt stärker: wenn z.B. der Vater einem
Kollegen erzählt, wie er seine Tochter vermisst - oder ihn zu sehen, wie
er sie in der Ferne beobachtet?
Schon die Umgebung, in der sich eine Handlung abspielt, kann viel von dem aussagen, was andernfalls in der Szene extra angesprochen werden müsste.
Zum Beispiel will
ein Vater seinem erwachsenen Sohn, nachdem dieser sich unreif verhalten hat, ins
Gewissen reden. Welcher Schauplatz würde dem, worum es in dieser Szene
geht, besser dienen: das Wohnzimmer, die U-Bahn, ein Kinderspielplatz?
Es muss nicht jede Szene einen Schauplatz haben, der ihren Inhalt deutet. Aber es ist meist besser so.
Mindestens sollte ein Schauplatz visuell interessant sein. Um diese Wirkung zu erzielen, braucht man im Drehbuch nicht viel Einzelheiten zu beschreiben. Stattdessen beschreibt man vielleicht nur zwei oder drei Besonderheiten und den Gesamteindruck: Straßenbahnschienen im Mondlicht, hinter der menschenleeren Haltestelle geparkte Autos vor einem dunklen Wäldchen - Stadtrand nach Mitternacht...
Je deutlicher der
Leser sieht, was dem Drehbuchautoren vorschwebt, desto mehr fesselt ihn die
Geschichte.
Was die Beschreibung von abzufilmenden Zuständen oder Vorgängen angeht, gelten die allgemeinen Regeln guten Stils: in der Kürze liegt die Würze. Insbesondere sind im Drehbuch Verfremdungen, Sinnbilder usf. zu vermeiden. Also nicht "Er starrt in die Schächte ihrer Augen" oder "Auf den Billardkugeln liegt der Staub von tausend Jahren", sondern Er schaut in ihre aufgerissenen Augen beziehungsweise Fünf Billardkugeln liegen verstaubt in der Sonne.
Wenn ein Charakter zum ersten Mal auftaucht, gibt man seinen
NAMEN in Großbuchstaben wieder, gefolgt von einer kurzen Beschreibung: ein oder zwei Charakteristika
- wie im Fall des Schauplatzes - sowie
der Gesamteindruck.
ANGELIKA ist eine Hausfrau Mitte Zwanzig. Sie sieht erschöpft aus, da sie sich um drei kleine Kinder kümmern muss, und ist nicht länger attraktiv.
Besser:
ANGELIKA ist erst Mitte zwanzig und war einmal schön, aber der Alltag mit drei schreienden Kleinkindern hat seinen Tribut gefordert.
Drehbücher werden
nicht nur von Produzenten oder Regisseuren, sondern oft auch von Schauspielern
gelesen; ihnen muss die Rolle interessant erscheinen. Statt
SCHUMANN ist
ein alternder Polizist mit Bierbauch kurz vorm Ende
schreibt man da vielleicht besser ...trägt einen Bierbauch vor sich her und
leidet an demselben Problem wie viele alternde Polizisten: nachdem er zwanzig
Jahre lang das richtige getan und dafür Prügel bezogen hat, ist ihm alles egal
geworden.
Die zweite Beschreibung ist für einen Schauspieler interessanter, weil sie einen
edlen Grund für Schuhmanns unwürdigen gegenwärtigen Zustand angibt. Auch
sonstige
Leser des Drehbuchs lernen den Charakter so besser kennen. Wobei es sich von
selbst versteht, dass solche Beschreibungen, nur um zu schmeicheln, nicht dem Wesen
einer gemeinten Figur widersprechen dürfen.
Eine genauere
Beschreibung des Aussehens eines Charakters ist nicht weiter wichtig (oder
erwünscht), außer es spielt eine Rolle für die Handlung. Wenn sich etwa anhand
eines roten Haares unter den Fingernägeln der Leiche herausstellen soll, dass
ein bestimmter Charakter ein Mörder ist, gehört seine Haarfarbe
zur Beschreibung. Ansonsten sind die Beschreibungen des
Äußeren allgemein zu halten. Wenn es heißt, dass der Held ein
großer
athletischer Mann in seinen frühen Dreißigern ist, wurde sein Erscheinungsbild
damit genug beschrieben. Wir müssen nicht wissen, welche Farbe seine Augen
haben, wie groß genau er ist, oder welche Blutgruppe er hat.
Im Drehbuch werden
Kamerabewegungen so wenig wie möglich (am besten gar nicht!) erwähnt. Höchstens
mag man vielleicht einmal Zuflucht zu einem NAH nehmen (alle
Kamerahinweise werden in Großbuchstaben angegeben), normalerweise aber ergibt
sich die Weise, in der eine Szene aufgenommen werden soll, aus der Art, in der man den
Sätze formuliert, die das beschreiben, was aufgenommen werden
soll.
Beispiel: Tom wühlt in seiner Tasche und befördert Kleingeld ans Tageslicht. Ein Fünfer und ein Zehner. Für einen Moment sieht es so aus, als würde er anfangen zu weinen. Dann aber brüllt er auf einmal los vor Lachen. Er wirft die Münzen davon. Sie fliegen im hohen Bogen durch die Luft und landen im Wasser.
Es werden
überhaupt keine Kameraeinstellungen erwähnt. Damit jedoch das Publikum erfährt,
dass alles Geld, was Tom besitzt, ein Fünfer und ein Zehner sind, wird der
Regisseur eine Nahaufnahme der Hand zeigen müssen. Um die Veränderung in Toms
Gesicht wiederzugeben, kann keine Panorama-Ansicht verwendet werden. Um zu sehen,
wie die Münzen ins Wasser fallen, muss eine bestimmte Einstellungsgröße aufs Wassers
verwendet
werden.
Dialoge sollen in
erster Linie ausdrücken, was derjenige, der die Worte von sich gibt, für ein
Mensch ist. Wenn ein Drehbuchautor seine Charaktere kennt und, nachdem er
die Struktur ihrer Geschichte ausgearbeitet hat, weiß, was sie wollen, wird es ihn oft
überraschen, wie verhältnismäßig leicht es ist, sie sprechen zu lassen.
Menschen vermitteln sich einem durch das von ihnen Geäußerte in einem Umfang,
der über das Unmittelbar Gesagte hinausgeht. Wenn in der Beispielszene Monika
meint, dass ihre Freundin deprimiert ist, und Gerd erwidert
Weswegen sollte sie
deprimiert sein? Ihr Mann verdient 250.000 im Jahr,
dann sagen seine Worte etwas über die Freundin seiner Frau und ihren Gatten -
aber auch eine Menge über Gerd, der offenbar findet, dass im Geld der Schlüssel zum Glück liegt, und nicht versteht, wie
jemand, der Geld hat, niedergeschlagen sein kann. Was ihn unsensibel und
widerwärtig macht. Außerdem liegt die Vermutung nahe, dass Gerd selber nicht
über so viel Geld verfügt; andernfalls wüsste er, das es kein Glück garantiert.
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Es folgen
Formatangaben für die Gestaltung eines Drehbuchs. Sie sind relativ zu einer
Seitengröße von DIN-A-4 aufzufassen:
Der
Kopfzeilen-Bereich eines Drehbuchs misst ungefähr 2 Zentimeter, der
Fußzeilen-Bereich 2,5 Zentimeter.
Wenn eine DIN-A-4 Seite ungefähr 21
cm breit ist, soll der beschreibende Text 4 cm vom linken Seitenrand beginnen
und 1,5 cm vom rechten Seitenrand enden.
Der Dialog beginnt
6 cm vom linken Seitenrand und endet 6 cm vor dem rechten Seitenrand.
Die Anweisungen in Klammern zum Dialog beginnen 8 cm vom linken Seitenrand und enden 7,5 cm vor dem rechten Seitenrand. Was mit "Anweisungen in Klammern" gemeint ist und wie sie aussehen, geht aus dem längeren Beispiel weiter unten hervor...
Der NAME des
Sprechers (über dem Dialog oder - gegebenenfalls - den Anweisungen in Klammern)
beginnt 8-10 cm vom linken Seitenrand.
Angaben zum
Übergang von einer Szene zur anderen (wie SCHNITT AUF: oder
ÜBERBLENDE) beginnen 17 cm vom
linken Seitenrand (Beispiel weiter unten)
Die Seitennummer
steht in der oberen rechten Ecke und beginnt 18,5 cm vom linken Seitenrand.
Folgende Angaben werden in
GROSSBUCHSTABEN wiedergegeben:
INN.
(für innen)
oder
AUSS.
(für
außen), der Schauplatz (also z.B.
WOHNZIMMER
oder
VOR DEM POSTAMT)
und
TAG
oder NACHT
(ggf. DÄMMERUNG oder andere
Lichtstimmungen wie MORGEN,
später Nachmittag
u.ä.)
ein CHARAKTER, wenn er oder sie zum ersten Mal im Beschreibungstext einer Szene auftaucht
der NAME DES
CHARAKTERS über dem Dialog
EINSTELLUNGEN, KAMERAANWEISUNGEN und TÖNE (z.B.
NAH, KAMERA SCHRECKT ZURÜCK, Fred
POLTERT die Treppe hinunter...)
-
Kamera-Anweisungen sind tunlichst zu vermeiden, sind sie aber unumgänglich,
werden auch sie in GROSSBUCHSTABEN wiedergegeben
Z
Einfach in Rahmen
von Beschreibungen des Schauplatzes oder von Handlungen der Figuren - einfacher
Zeilenabstand auch zwischen dem Namen eines Charakters und seinem Dialog sowie
innerhalb des Dialoges selbst
Doppelter
Zeilenabstand zwischen
INN.
oder
AUSS. [Schauplatz]
-
TAG/NACHT und der
anschließenden Beschreibung des Geschehens, zwischen der Beschreibung und dem
Namen des Charakters über dem Dialog, zwischen den Dialogäußerungen
verschiedener Charaktere, zwischen Abschnitten innerhalb längerer Beschreibungen
Dreifacher
Zeilenabstand vor dem Beginn einer neuen Szene.
MOMENTE und
PAUSEN. Der Dialog im Drehbuch soll so natürlich wie möglich klingen. In manchen
Fällen hat das zu bedeuten, dass eine Charakter Sätze nicht vollendet, pausiert,
um nachzudenken, oder vielleicht mitten im Reden auf einen anderen Gedanken
kommt. Solche Unterbrechungen können in der Rede durch drei Punkte
("...") wiedergegeben werden oder die Angaben
(Pause) bzw.
(Moment).
Alle drei Kennzeichnungen erzielen dieselbe Wirkung - sollten aber nicht
übermäßig verwandt werden.
NUMMERIERUNG von
Szenen. Hier gibt es keine Vorschriften. Wenn man seine Szenen nummeriert,
identifiziert man sie leichter beim Überarbeiten. Wenn man sich entscheidet,
seine Szenen zu nummerieren und die Seite endet inmitten einer Szene, kann man
(WEITER) oder
(Fortsetzung)
in Klammern in die untere rechte Ecke der Seite schreiben. In die obere linke
Ecke der nächsten Seite kann man dann die Szenennummer und
WEITER:
ohne Klammern tippen. Nach doppeltem Zeilenabstand fährt man mit dem Text der
unterbrochenen Szene fort.
SCHNITT AUF: und
ÜBERBLENDEN AUF:
Es versteht sich, dass, wenn eine Szene endet und eine neue beginnt, dazwischen
ein Schnitt liegen muss. Es ist deswegen vielleicht nicht notwendig, es jedes
Mal noch hinzuschreiben. Manchmal kann es dagegen sinnvoll sein, als
Übergangshinweis von einer Szene zur anderen
ÜBERBLENDEN AUF:
anzugeben, um dem Leser zu signalisieren, dass Zeit vergangen ist.
Beispiel:
Ein Mann wird
aus dem Gefängnis entlassen und verspricht dem Wärter:
In zwei Jahren werde ich reich
sein. Du wirst mich nicht wieder erkennen.
In der nächsten Szene verlässt er zwei Jahre später im Designeranzug eine Bank.
Nach der ersten Szene könnte man dann
ÜBERBLENDE AUF
(ca. 17 cm vom linken Seitenrand) tippen und - nach doppeltem Zeilenabstand -
bei 4 cm vom linken Seitenrand:
AUSS. DEUTSCHE BANK - TAG
(ZWEI JAHRE SPÄTER)...
Es folgen
Beispiele zu allen Formatangaben:
BIRGIT
Ich weiß, du meinst es nicht so. Wir sind doch Freunde.
Markus wird etwas weicher, aber es soll verdammt noch mal nicht danach aussehen!
MARKUS
Du wirst im Frauenknast landen, bevor du achtzehn bist.
INN. TEURES ASIATISCHES RESTAURANT - NACHT
MARKUS und BETTINA treten ein. Sie ist beeindruckt.
BETTINA
Um Gottes willen, als du gesagt hast Chinese, dachte ich...
MARKUS
Das war Ollies Idee. Ich hatte auch eher...
Ein kostümierter KELLNER naht und geleitet sie zu einem Tisch bei der Küchentür und entfernt sich.
BETTINA
Markus, wenn du willst, werd' ich Evi sagen, dass sie die Abreibung ihres Lebens bekommt, wenn sie irgendjemand von deinen Plänen mit Robert erzählt.
MARKUS
Nein, ich hab's versprochen... im Übrigen, glaubst du, dass eine "Abreibung" sie aufhalten könnte?
BETTINA
(lacht)
Nein.
Anderer KELLNER steuert heran.
KELLNER
Guten Abend. Besuchen Sie Mangostine erste Mal?
MARKUS
Kann man so sagen.
KELLNER
(Akzent)
Mein Name ist Jacky. Ich bin für diesen Tisch zuständig. Ich werde sie bedienen.
MARKUS
Wir heißen Markus und Bettina.
Jacky händigt ihnen in Bambus gefasste Speisekarten aus.
KELLNER
(zu Markus)
Wenn Sie Hilfe mit Chinesisch brauchen, Sie lassen mich bitte wissen.
MARKUS
Danke für das Angebot.
(Kellner geht - Markus wendet sich Bettina zu)
Was ist damals eigentlich wirklich in Spanien passiert?
(FORTSETZUNG)rechtsbündig im Fußzeilen-Bereich einer Seite und WEITER: linksbündig im Kopfzeilen-Bereich der nächsten Seite kann, muss aber nicht verwendet werden, wenn mit dem Ende einer Seite eine Szene noch nicht zu Ende ist, sondern auf der nächsten weitergeht. (Drehbücher kursieren bei Dreharbeiten oft als Einzelblätter; man stellt so sicher, dass nichts aufzunehmen vergessen wird.)
Als Schrift bitte immer Courier Größe 12 benutzen. Bei dieser Schriftgröße und Einhaltung der vorgeschriebenen Zeilenabstände bekommt eine Seite die Länge, die sie benötigt, um im Schnitt eine Minute auszumachen.
Auch das
Titelblatt bitte ohne weitere Verzierungen mit Courier Größe 12 beschriften. Das
wirkt am professionellsten. Verzierte oder grafisch aufgemotzte Titelblätter
wecken den Verdacht, dass es etwas zu beschönigen gibt. Auf dem Titelblatt etwa
in der Mitte den TITEL in Großbuchstaben, darunter
Drehbuch
von
[Name des Autors]
Die Amerikaner
machen hinter jedem Punkt in einem Drehbuch zwei Leerzeichen. In den so
entstehenden Raum kann man beim Dreh besser eine Nummer einfügen. Hier der
Unterschied:
GEORG und ANNA fahren auf dem Rücksitz. Georg öffnet einen kleinen Eisschrank und sieht, dass er voller kleiner Flaschen ist.
GEORG und ANNA fahren auf dem Rücksitz. Georg öffnet einen kleinen Eisschrank und sieht, dass er voller kleiner Flaschen ist.
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Die Formatierungen, die man für ein Drehbuch braucht, lassen sich mit jedem Textverarbeitungsprogramm herstellen und dort in sog. „Druckformatvorlagen“ speichern. Finden Sie eine praktische MS-Word-Vorlage mit Schnelltasten zum Drehbuchschreiben sowie ein vollständiges, alle Formatangaben umsetzendes Spielfilmdrehbuch im Download-Shop der DREHBUCHWERKSTATT MÜNCHEN ⇒ h i e r. |
Das Drehbuch ist der letzte einer Reihe von Texten zur Entwicklung eines Film-Projektes, es hat mehr oder weniger bedeutende Vorläufer. Unverzichtbar und als Anstoß einer Entwicklung beinahe wichtiger als das Drehbuch selbst ist das Exposé - erklärt und dargestellt im DrehbuchWerkstatt München-Text Wie ein Exposé aussieht. |
| Für Nicht-Teilnehmer des Hauptprogramms der DrehbuchWerkstatt München gibt es eine Wochenend-Vorlesungen zu den Grundlagen filmisch/dramatischen Erzählens. Die Wochenendvorlesung schult Sie zum versierten Erzähl-Taktiker. Nie mehr werden Sie danach ratlos vor einer nicht-funktionierenden Geschichte stehen. Eine praktische Drehbuch-Fibel als abschließende Handreichung hilft Ihnen beim Schöpfen und Überprüfen Ihres Drehbuchs. Jeder wichtige Punkt wird anhand von Filmbeispielen erläutert. ⇒ HIER ERFAHREN SIE MEHR | |