{"id":803,"date":"1989-10-10T10:29:13","date_gmt":"1989-10-10T09:29:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/?p=803"},"modified":"2020-11-16T15:19:15","modified_gmt":"2020-11-16T14:19:15","slug":"erst-kommt-das-handwerk-dann-die-kunst-sz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/1989\/10\/erst-kommt-das-handwerk-dann-die-kunst-sz\/","title":{"rendered":"Erst kommt das Handwerk, dann die Kunst (SZ 10\/1989)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text][vc_custom_heading heading_semantic=&#8220;h5&#8243; text_size=&#8220;h5&#8243; text_font=&#8220;font-672269&#8243; text_weight=&#8220;300&#8243; text_transform=&#8220;uppercase&#8220; text_color=&#8220;color-dfgh&#8220;]PRESSE-ECHO[\/vc_custom_heading][vc_custom_heading heading_semantic=&#8220;h1&#8243; text_size=&#8220;h1&#8243; text_font=&#8220;font-672269&#8243; text_weight=&#8220;300&#8243; text_color=&#8220;accent&#8220; separator=&#8220;yes&#8220; separator_color=&#8220;yes&#8220; separator_double=&#8220;yes&#8220;]SZ 14.10.1989[\/vc_custom_heading]<\/p>\n<h3><span class=\"FontStyle12\">Erst kommt das Handwerk, dann die Kunst<\/span><\/h3>\n<p>Von Sibylle Storkebaum<\/p>\n<p><strong>Das kleine Einmaleins des Drehbuchschreibens: Erlebnisse bei einem Seminar mit Robert McKee<\/strong>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p class=\"Style6\"><span class=\"FontStyle14\">,As time goes by&#8220;, alle Strophen, singt der \u00e4ltere Herr mit Bauchansatz im orangenen Hemd unterm fahlen Licht des Vortragssaals des M\u00fcnchner V\u00f6lkerkundemuseums. Und die 60 Leute, die diesen Klassiker der Filmmusik gerade erst in \u201e<\/span><span class=\"FontStyle14\"><span lang=\"FR\">Casablanca&#8220; <\/span><\/span><span class=\"FontStyle14\">geh\u00f6rt und gesehen haben, lauschen ihm fasziniert, ergriffen, hingerissen. Das ist doch Kino, denke ich. so funktioniert&#8217;s. Sogar ohne Film.<\/span><\/p>\n<p class=\"Style6\"><span class=\"FontStyle14\">Gib den Leuten, was sie wollen &#8211; aber nicht so, wie sie&#8217;s erwarten&#8220;, genau nach dieser Maxime f\u00fcrs Drehbuchschreiben geht Robert McKee auch vor, wenn er als Lehrer f\u00fcr Dramaturgie, &#8222;Story <\/span><span class=\"FontStyle14\"><span lang=\"FR\">Structure&#8220;, <\/span><\/span><span class=\"FontStyle14\">durch die Welt reist. Er ist Theatermann, Filmautor und <\/span><span class=\"FontStyle14\"><span lang=\"FR\">-regisseur, <\/span><\/span><span class=\"FontStyle14\">aber vor allem Trommler f\u00fcr gute dramaturgische Arbeit. Was er denn selbst so geschrieben hat? Das interessiert nicht: \u201eWas ich bin, ist in diesem Seminar&#8220;, sagt er und inhaliert die n\u00e4chste Zigarette<\/span><\/p>\n<p class=\"Style6\"><span class=\"FontStyle14\">650 Mark kostete jeden Teilnehmer das dreit\u00e4gige Seminar, das &#8222;<\/span><span class=\"FontStyle14\"><span lang=\"FR\">Project <\/span><\/span><span class=\"FontStyle14\">Independent Film&#8220; organisiert hat, eine Investition, die sich amortisieren wird. Denn was McKee anbietet, ist die Vermittlung von Handwerk; Kleines Einmaleins des Drehbuchschreibens, des filmischen Geschichtenerz\u00e4hlens, egal ob f\u00fcr Film oder Fernsehen. Und w\u00e4hrend manche noch ein wenig mauzen, da\u00df man das ja alles wisse, und wo denn der Eros, die Mystik des Schreibens bleibe, wo Freud und Krakauer, und da\u00df McKee doch wohl dem Kommerzkino sehr, also eigentlich: zu sehr verpflichtet sei &#8211; da ist der schon l\u00e4ngst zwei Schritte weiter, referiert neueste Erkenntnisse der Wahrnehmungsforschung, bringt alle Stufen der Emotionserregung auf handwerklichem Nenner, auf didaktischem Weg ins Spiel. Und \u00fcberhaupt: Ist wirklich jemand unter den Zuh\u00f6rern, der kein Geld mit seinen Filmen verdienen m\u00f6chte?<\/span><\/p>\n<p class=\"Style6\"><span class=\"FontStyle14\">McKee strahlt diese attraktive amerikanische N\u00fcchternheit aus. Erstmal mu\u00df die Struktur stimmen, das Handwerk, dann kann die Kunst kommen, aus einem guten einen sehr guten Film machen. ..Geschichten m\u00fcssen fitmachen f\u00fcrs Leben&#8220;, mahnt er. \u201eSie m\u00fcssen nicht Leben, sondern wie das Leben sein &#8211; den freuten das anbieten, was sie selbst aus ihrem eigenen Leben nicht herausholen k\u00f6nnen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p class=\"Style6\"><span class=\"FontStyle14\">Wenn er eine Szene vorspielt, ist v\u00f6llig klar, was da auf der Leinwand passiert; manches kennt man nicht, anderes ist auf einmal wieder pr\u00e4sent. McKee will eine Unmenge von Stoff unbedingt vermitteln, da sind ihm Fragen selten angenehm. Aber er appelliert an die Professionalit\u00e4t der Studenten: Jeder Schauspieler. T\u00e4nzer. Musiker, sagt er zum Beispiel, trainiere, \u00fcbe t\u00e4glich. Autoren? Pah! Immer noch meinten viele, Schreiben sei Naturbegabung. ..Gehen Sie mit dem Notizblock ins Kino! Analysieren Sie Videos, stoppen Sie die einzelnen Szenen und Aktionen aus, achten Sie auf die Handlung, die nicht in Worten erz\u00e4hlt, sondern in Bildern, in K\u00f6rpersprache die wirkliche Geschichte ausmacht. Nur so, durch st\u00e4ndige \u00dcbung, werden Sie ein guter Autor&#8230;&#8220;<\/span><\/p>\n<p class=\"Style6\">McKee belegt die Wichtigkeit des letzten Drittels eines Films, nicht der Anfang ist entscheidend, sondern das Ende. Er fordert seine Zuh\u00f6rer auf. frei zu bleiben und als unabh\u00e4ngige Menschen und Autoren mit den Auttraggebern zu verhandeln. Die Geschichte, my friends, ist das Wichtigste &#8211; ohne Geschichte gibt es keinen Film, ohne gute Story erst recht keinen guten Film. \u201eWas, Sie sitzen gel\u00e4hmt vorm wei\u00dfen Papier, Ihnen f\u00e4llt nichts ein?&#8220; Empathisches Seufzen geht durch die Reihen. \u201eGehen Sie in die Bibliothek! Lesen Sie! Alles ist schon mal beschrieben worden, und kein Autor hat gen\u00fcgend Phantasie, um alles und immer wieder selbst auszudenken.&#8220; McKee motiviert, macht Mut. pr\u00e4gt sich ein. Er sollte Pflichtgast bei Redakteurs- und Produzenten-Schulungen werden.<\/p>\n<p class=\"Style6\"><span class=\"FontStyle14\">Er ist teuer, Georg Hoffmann vom \u201eProject Independent Film&#8220; kann ein Lied seiner Alptr\u00e4ume singen: Kommen gen\u00fcgend Teilnehmer, damit ich die Garantiesumme aufbringen kann? Sind die Sponsoren gro\u00dfz\u00fcgig genug? Diesmal hat&#8217;s gepa\u00dft. \u201eProject Independent Film&#8220; wurde vor einem Jahr nach einem McKee Seminar gegr\u00fcndet und hat sich zu einer Diskussions- und Service-Organisation f\u00fcr Filmemacher aller Sparten entwickelt. Stipendiaten der \u201eDrehbuchwerkstatt&#8220;, einer Gr\u00fcndung von Hochschule f\u00fcr Fernsehen und Film, Bavaria, Bayerischem Rundfunk und dem Freistaat Bayern, nahmen am Seminar teil, gaben dem Meister ihre Treatments. Er, zerlegte sie, nach-Strich und Faden.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image media=&#8220;761&#8243; media_lightbox=&#8220;yes&#8220; media_width_percent=&#8220;100&#8243;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text][vc_custom_heading heading_semantic=&#8220;h5&#8243; text_size=&#8220;h5&#8243; text_font=&#8220;font-672269&#8243; text_weight=&#8220;300&#8243; text_transform=&#8220;uppercase&#8220; text_color=&#8220;color-dfgh&#8220;]PRESSE-ECHO[\/vc_custom_heading][vc_custom_heading heading_semantic=&#8220;h1&#8243; text_size=&#8220;h1&#8243; text_font=&#8220;font-672269&#8243; text_weight=&#8220;300&#8243; text_color=&#8220;accent&#8220; separator=&#8220;yes&#8220; separator_color=&#8220;yes&#8220; separator_double=&#8220;yes&#8220;]SZ 14.10.1989[\/vc_custom_heading] Erst kommt das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":761,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,22],"tags":[29,30,32,33],"class_list":["post-803","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-echo","tag-drehbuchwerkstatt","tag-muenchen","tag-echo","tag-sz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/803","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=803"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/803\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":943,"href":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/803\/revisions\/943"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/761"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=803"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=803"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drehbuchwerkstatt.de\/relaunch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=803"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}