FILMFEST MÜNCHEN 2011
Der Empfang der Drehbuchwerkstatt München beim Filmfest München am Dienstag, den 28. Juni 2011, 14.30 Uhr, im Literaturhaus München, war auch in diesem Jahr sehr gut besucht. Die Autorinnen und Autoren des 22. Jahrgangs stellten ihre im vergangenen Jahr entwickelten Drehbücher vor. Sie können sehr gerne eine pdf.Datei der vorgestellten Projekte bei der Drehbuchwerkstatt anfordern: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Jeanette Hain, Ariela Bogenberger und Simon Verhoeven waren die diesjährigen Jurymitglieder für den Tankred-Dorst-Preis für das beste Drehbuch des Jahrgangs. Die Jury zeigte sich beeindruckt vom hohen Niveau der drei nominierten Bücher: Willkommen im Club von Elena Senft, Agnieszka von Tomasz Rudzik und Coconut Hero von Elena von Saucken. Gewinnerin ist Elena von Saucken mit ihrem Drehbuch Coconut Hero. Sie wurde von Sigrid Brücher betreut.

Beim Filmfest München stellten drei Absolventen der Drehbuchwerkstatt ihre Filme vor:
Andreas Dirr seinen Krimi Das dunkle Nest. Andreas Dirr entwickelte das Drehbuch in der 21. Drehbuchwerkstatt (2009/10). Er wurde von Dr. Gabriela Sperl betreut.
Ursula Mauder ihr Geschwister Liebes Drama um Georg Trakl: Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden. Ursula Mauder entwickelte das Drehbuch in der 10. DW (1999/2000).Sie wurde von Brigitte Schroedter betreut. Ursula Mauder war mit dem Drehbuch beim Förderpreis Deutscher Film 2011 nominiert.
Ruth Olshan (20. DW 2008/2009)stellte ihren Dokumentarfilm Nicht Ganz Koscher vor. Weitere Infos zum Film hier.

FÖRDERUNG
Bei der Fördersitzung der MFG Filmförderung in Baden-Württemberg im Juli 2011 erhielt DW-Absolventin Susanne Schneider (1.DW 1989/90) Drehbuchförderung in Höhe von € 26.780,00 für ihr neues Kinoprojekt UNTER WÖLFEN.
Inhalt: Die 33-jährige Floria und der junge Jon verlieben sich unter außergewöhnlichen Umständen. Es entspinnt sich ein Kampf zwischen Natur und Zivilisation, denn Jon hat über ein Jahr mit einem wilden Wolfsrudel gelebt und sein Rudel ist dem fast verlassenen Dorf im Osten Deutschlands zu nahe gekommen. Die wenigen noch dort lebenden Menschen leisten erbitterten Widerstand gegen die Wölfe, an dessen Folgen auch die Liebenden fast zerbrechen.

Die Vergabekommission der FFA hat in ihrer 195. Sitzung das neue Drehbuch DAS WAR ICH NICHT des Autorinnenduos Kristina Magdalena Henn und Lea Schmidbauer mit 30.000 Euro gefördert. Beide sind Absolventinnen der HFF München. Kristina Magdalena Henn (20 DW 2008/09) ist auch Absolventin der Drehbuchwerkstatt. Die Autorinnen haben bereits den erfolgreichen Film Groupies bleiben nicht zum Frühstück gemeinsam geschrieben.

Bei der FFF-Vergabeentscheidung vergangener Woche DW-Absolventin Karlotta Ehrenberg (19. DW 2007/08) mit 20.000 Euro für ihren Film UND WIEDER gefördert.

KINO
Folgende Filme von Drehbuchwerkstatt Absolventen können Sie derzeit oder bald im Kino sehen:
seit 7. Juli 2011
WAS DU NICHT SIEHST
von DW-Absolvent Wolfgang Fischer. Wolfgang Fischer schrieb das Drehbuch in der 17. Drehbuchwerkstatt München. Er wurde von Viola Jäger betreut. Darsteller: Bibiana Beglau, Alice Dwyer. Weitere Infos hier
18. August 2011
HOMIES
. DW-Absolventin Andrea Kriegl (10. DW 1998/99) schrieb gemeinsam mit Regisseur Adnan G. Köse das Drehbuch. Darsteller: Jimi Blue Ochsenknecht, Ann-Kathrin Kramer, Sabrina Wilstermann u.a. Nähere Infos zum Film hier.
25. August 2011
LOLLIPOP MONSTER
von Ziska Riemann, 11. DW (1999/2000). Der Spielfilm hatte bei der diesjährigen Berlinale in der
Reihe Perspektive Deutsches Kino Premiere. Weitere Infos hier

HÖRSPIEL
Das Hörspiel Wer’s glaubt, wird selig von DW-Absolventin Christine Ohnemus war unter den Nominierten beim ARD-Hörspielpreis 2010. Beim ARD Online Award erreichte sie den 2. Platz. Ihr neues Hörspiel Rette sich, wer kann wird vom Saarländischen Rundfunk und Radio Bremen produziert.

BUCH
Am 9. August 2011 erscheint Weltstadt mit Föhn: Eine Münchner Pflichtlektüre. von Drehbuchwerkstatt und HFF-Absolvent Matthias Kiefersauer (16. DW 2004/05) und Volker Derlath. Kurzbeschreibung: Eine Hommage an ein besonderes Lebensgefühl: Geschenkbuch für ehemalige, aktuelle und zukünftige Münchner. Jeder zweite Deutsche möchte hier leben. Oktoberfest und Viktualienmarkt, Schwabing und Englischer Garten, Isarauen und Starnberger See - der Filmregisseur und Wahlmünchner Matthias Kiefersauer hat diese und andere Münchner Sehenswürdigkeiten auf seinen Streifzügen durch die Stadt unter die Lupe genommen. Charmant und witzig kommentiert er das Leben in seinem Viertel und nimmt dabei das typische Granteln ebenso liebevoll auf die Schippe wie die Stars des FC Bayern. Volker Derlath garniert mit seinen wunderbaren Fotos das Bild einer Stadt, die bis heute gleichzeitig leuchtet, lockt und nervt.

ABSCHIED
Im vergangenen Newsletter gratulierten wir Franz Geiger, dem langjährigen Betreuer in der Drehbuchwerkstatt zu seinem 90. Geburtstag. Nur kurze Zeit nach seinem Geburtstag verstarb Franz Geiger auf Mallorca.
Ariela Bogenberger, Teilnehmerin der 14. DrehbuchWerkstatt München, zum Tod Franz Geigers
„Vor 10 Jahren war ich sein letzter Schützling in der Drehbuchwerkstatt, zu deren Betreuerteam er seit der Gründung gehörte. Franz hat mich zartfühlend begleitet, immer liebevoll und immer behutsam. Er hat mich sein lassen und - das war das wichtige und besondere - dieser wunderbare Autor glaubte, dass ich schreiben kann. Ich höre noch seine Stimme wenn er mich anrief, oder ich ihn. Mitunter war ich mutlos und manchmal verzweifelt. Er sagte „ mein Engel“, jedes Mal! Dabei war er meiner. Er hat gewusst und geachtet, wie tief und intim so ein Schaffensprozess sein kann. Humor, Menschenliebe und Respekt vermittelte er. Auch das Scheitern kannte und verstand er. Er hatte ein Herz für die Verführbaren und auch für die gebrochenen Menschenwesen. Viele Autorenpflänzchen hat er gegossen und gehegt und wohlwollend zugeschaut, wie sie in die bayerische Fernseh- und Theaterlandschaft hinein gewachsen sind.
Vor allem hat er uns ermutigt! Eine Qualität, die es für das Entstehen guter Geschichten unbedingt braucht. Er war ein großer Künstler und Bohèmien. Einer von der alten Schule. Ein Münchner. Mit großer Seele und großer Nachsicht und einer Riesenportion Eigensinn.
Anlässlich seines 80sten Geburtstags schrieb er einen Text über sein Leben, der so endet: "Lebensläufe sind für ihre Verfasser nie ganz frei von Peinlichkeit. Gilt es doch zu beweisen, was für ein toller Kerl der Dargestellte ist. Also streicht man Erfolge heraus und mogelt sich elegant über Pleiten und Niederlagen. Aber keine Sorge, auch solche gab es genug in meinem Leben, verursacht durch eigene Dummheit oder durch widrige Umstände. Doch als unverbesserlicher Optimist habe ich alle blamablen Erfahrungen ins Anekdotische umgebogen und erlebe damit immer wieder Heiterkeitserfolge. Das Lachen aus Schadenfreude ist eben leicht zu erzielen. - Bei meinem Lebensmarathon bin ich inzwischen in die Zielgerade eingelaufen, etwas kurzatmig, mit Blasen an den Füßen, ramponiert, hinkend, nicht mehr der Schönste. Ja ja, sagen die Freunde, du hast dich zwar auf der Strecke ganz wacker gehalten, aber bei den großen Siegern bist du nicht. - Trotzdem freut man sich über den Beifall und die aufmunternden Zurufe. Gez. Franz Geiger“
Er bleibt mein Autoren-Schutzengel, wie schon zu Lebzeiten. Sollte ich mich dann und wann auf Erden kurzfristig schutzlos fühlen, weiß ich, dass er im Himmel gerade einen guten Wein trinkt, schreibt oder einer schönen Frau den Hof macht. Vielleicht animiert er auch einen Engel-Kollegen zum Geschichten erzählen? Dann muss ich halt ein bisserl warten. Das hat noch keinem geschadet. Jeder Künstlerseele wünsche ich so einen Schutzengel, wie den Franz Geiger!