|
Antje Schneider
Dresden |
![]() |
|
1971 Geboren in Leipzig Diverse Jobs in Kühllagern und Versandhäusern; Geld verdient in Ostfrieslands Sparkassen, österreichischen Videotheken und staubigen Getreidemühlen. Und den ersten Groschen überhaupt gab es für Gläser und Altpapier. 1990 Betriebswirtschaftsstudium in Köthen, Leipzig, Graz 1995 Volontariat in Dresden, Leipzig, Hamburg 1997 freie Redakteurin und Autorin für MDR, ARTE (Magazine, Talksendungen, Reportagen, Dokumentarfilme, Dokuserien). 2004 Drehbuch-Autorenwerkstatt „Talente“ Leipzig 2005 Stipendiat Drehbuchwerkstatt München
Filmografie (in Auszügen)
1998
„Engel. Auf der Suche nach dem geflügelten Glück.“
MDR,
2001
„Nationalparks Osteuropa: Estland.“ Mitarbeit für ARTE, 2002 „Wechselfieber. Wie der Euro aufs Land kam.“ Reportage, MDR, 30 min. 2002 „Dresden. Vom Wasser befreit.“ ARTE, 25 min. 2003 „1000 Meilen vorwärts. 6000 Jahre zurück. Per Schilfboot übers Mittelmeer.“ Dokumentation, 60 min. 2004 „Seit ich zuerst sie sah.“ Dokumentarfilm, 45 min., Kulturelle Filmförderung Sachsen, Filmfest Dresden 2005, DOK Leipzig - Festival 2005. 2004 Autorin für diverse Dokuserien, „Da fängt das Leben an. Die Rentner-WG.“, „Elefant, Tiger & Co.“ 2005 „Schicksal Braunkohle. Der Fall von Heuersdorf.“ Reportage, MDR, 30 min.
|
Muttererde
Drama um eine Tochter und ihren Vater, die vor 8 Jahren Mutter und Frau verloren. Danach das Gefühl füreinander. Und nun - ihre Heimat? Vom Suchen und (Wieder)finden.
Jessica, Ende 20, Laborantin in Berlin, kann keine großen Sprünge machen. Ihr kleiner Bruder Robert, ein mittelmäßiger Schlagzeuger, liegt ihr regelmäßig auf der Tasche. Chronisch blank, ohne festes Einkommen und Wohnsitz, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Jessica fühlt sich für ihn verantwortlich, seit die Mutter bei einem Autounfall ums Leben kam. 8 Jahre später wird sie von der Vergangenheit eingeholt. Eine Einladung nach Kolisdorf - zur Hochzeit ihres großen Bruders Jochen. Seit Jahren hatte sie wenig Kontakt zu ihm, noch weniger Sehnsucht nach ihrer Heimat und ein komplett gestörtes Verhältnis zu ihrem Vater Arnold. Jessica wirft ihm vor, die Familie mit dem Tod der Mutter zerstört zu haben. Ein Konflikt, der bis heute nicht gelöst ist.
Jetzt, 8 Jahre danach, wird die zerrüttete Vater-Tochter-Beziehung aufs Neue strapaziert.
Der Auslöser: Kolisdorf ist einem Braunkohle-Tagebau im Weg, soll restlos weichen. Was bedeutet, die Einwohner werden großzügig entschädigt und leisten sich an anderem Ort ein neues Heim. Für den ständig klammen Robert der perfekte Anlass, schnell zu Geld zu kommen. Er überredet seine Schwester Jessica zu diesem Ausflug an die Wurzeln ihrer Kindheit. Was beide unterschätzen: Ihr Vater Arnold ist der Einzige im Dorf, der partout nicht verkaufen will, mit seiner Klage bis vors Oberverwaltungsgericht zieht. Und während die restlichen Einwohner Haus und Hof für immer verlassen, die Abrissmaschinerie gnadenlos arbeitet, hofft Arnold auf einen gerechten Prozess. Setzt dafür das gesamte Familienerbe aufs Spiel.
Jessica begibt sich auf eine emotional aufgeladene Reise, auf der es vordergründig um sehr viel Geld geht. Im tiefen Inneren aber um eine offene Rechnung zwischen Arnold und ihr.
Und nur wenige Tage später verkünden die Richter ihr Urteil. nominiert für den Tankred Dorst Drehbuchpreis 2006 |