Daniel Rüschendorf

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Kurzbiografie

01. November 1972. Ich werde geboren. Mein Vater ist leidenschaftlicher Taubenzüchter. Meine Mutter arbeitet als Sekretärin in einer Buchbinderei. Die Schule ist eine Qual. Ich weiß nie eine Antwort und nie mache ich Hausaufgaben. Mein Onkel, den alle den „Commandante“ nennen, schenkt mir zum 12. Geburtstag einen alten Phillips-Plattenspieler und drei Schallplatten: Rolling Stones „Baggers Banket“, AC/DC „Let There Be Rock“, Pink Floyd „Echoes“. Ich brenne lichterloh, kaufe mir meine erste E-Gitarre und gründe eine Band. Nach der Reifeprüfung zieht es mich immer öfter in die geteilte Stadt. 1992 endgültige Übersiedung nach Berlin. Schlage mich als Tankwart, Gärtner, Discjockey und Rockstar durch. 23. Dezember 1992. Sitze in einem überheizten Zug nach Moskau. Ein himmelhoher Mann fingert eine Flasche Wodka aus seiner Plastiktüte und lädt mich ein, mit ihm zu trinken. Moskau ist so kalt, dass mir beim Blinzeln mein linkes Augenlid zufriert. Zurück in Berlin erlebe ich mit Dr. Motte den Sommer der Liebe und tanze den Mussolini. Ende 1999 – es hat sich ausgetanzt. 2000 Übersiedlung nach München, des Klimas wegen. Es folgen weitere Lehr– und Wanderjahre bei einem Radiosender als Autor und Produzent. Das hart verdiente Geld verprasse ich vornehmlich im Reich der Mitte. Chinesische Einweghosen und Ohrenkerzen haben es mir angetan. November 2004 surfe ich meine erste Welle vor der Küste Sri Lankas. 2030 erscheint mein Spätwerk: Retrospektive eines Tankwarts – bringt mir den Pulitzer Preis. Im Sommer 2031 rammen Freunde meine Wohnungstür im abgeschieden Bonnieux auf. Sie finden eine besenreine Wohnung vor.

 

 

Autorentätigkeit

  • 2005
    Kurzfilmdrehbuch Die Annonce für die SAT 1 Talent Class. Regie: Elmar Fischer
  • 2003-2004
    Autor der Hörfunk-Comedy-Serie:
    Der Papagei

 

 

Sonstiges

  • Festangestellter Radio-Produzent beim landesweiten Privatradiosender Antenne Bayern
  • Werbetexter und Produzent z.B. für Deutsche Telekom, Lotto, Nürnberger Versicherung etc.
  • Hörspiel- CD- Produktionen z.B. „Ich sach mal Schnauze“ (Comedy & Kabarett)
 

BRUNO - Ein Kriminellendrama

 

Dies ist die wahre Geschichte von Bruno Freyer, dem so genannten Moormörder. Er galt in den 60er Jahren als meistgesuchter Gewaltverbrecher Deutschlands. Als er aus dem sozialen Gefüge der Gesellschaft fällt wird er vom Tagelöhner zum Mörder.

 

Sommer 1967. Niedersachsen. Ein Bus fährt die Landstrasse entlang. Links und rechts nur eingezäuntes Weideland. Der 40jährige Bruno Freyer sitzt im Bus. Hinter seinem ruhigen, starren Blick erahnt man Leere. Leere, die durch ein Leben in ständiger Angst und Einsamkeit verursacht wurde.

Nach mehreren Einbruchsdiebstählen wurde Bruno gerade aus dem Gefängnis entlassen. Nach einem Leben in Fürsorgeerziehung und Gefängnisaufenthalten will Bruno von vorne anfangen. Eine einfache Arbeit finden und ein normales Leben führen, nur nie wieder zurück in den Bau. Er bekommt einen Job als Erntehelfer. Als der Bauer von seiner Vergangenheit erfährt, schmeißt er Bruno hinaus. Immer wieder wird ihm seine Vergangenheit zum Stigma. Völlig verzweifelt und ausgehungert fängt er wieder an, Einbrüche zu begehen. Steigt in freistehende Wirtshäuser, Gehöfte und Krämerläden ein. Stiehlt immer nur Kleingeld und Lebensmittel und verschwindet auf einem Fahrrad. Aus Angst, entdeckt zu werden, zieht sich Bruno in die Wälder und tristen Moorlandschaften Niedersachsens zurück. Er lebt in Waldlagern, Zelte aus zusammengestückelter schwarzer Plane. Die Bewohner der ländlichen Gegend bekommen Angst vor dem unheimlichen Landstreicher. Bald legen sie von selbst Kleingeld und Essen vor ihre Türen, in der Hoffnung von ihm verschont zu werden.

Als Bruno bei einem Einbruch in einem Wirtshaus jemanden verletzt, bekommt die Sache eine neue Dimension: Kommissar Wolfgang Kramer von der Kripo Osnabrück wird auf ihn angesetzt. Der Beamte leitet eine groß angelegte Öffentlichkeitsfahndung ein, die hysterische Formen annimmt. Polizei und die Bevölkerung selber fangen an, den unbekannten „Waldmenschen“ zu jagen. Das Mithören des polizeilichen Funkverkehrs mit präparierten Transistorradios entwickelt sich zum Volkssport. Für die Presse ist Bruno ein gefundenes Fressen. Er wird zum Unhold, zum Waldmenschen. Zum Bluttäter gemacht.

In seiner Isolation beginnt Bruno zu verwahrlosen. Wird immer wieder von Alpträumen aus seiner Kindheit heimgesucht. Sein Leben zwischen Erinnerung und Realität gerät immer weiter aus den Fugen. Während einer groß angelegten Hetzjagd auf ihn wird Bruno angeschossen und von einem einzelnen Polizisten gestellt. In einem Moment kalter Verzweiflung entscheidet sich Bruno gegen das Leben und für seine vermeintliche Freiheit. Er erschießt den Polizisten und kann erneut fliehen. Jetzt ist Bruno ein gesuchter Polizistenmörder.

Inzwischen ist die Geschichte zu einem Politikum geworden. Kommissar Wolfgang Kramer gerät immer mehr unter Druck.

Ausgezehrt und am Ende seiner Kräfte lernt Bruno die 15jährige Johanna kennen.

Mit ihr erlebt er einen letzten magischen Moment. Mit einem Mädchen, das nicht fragt woher er kommt, sondern das ihn so nimmt, wie er ist. Man spürt, dass sich hinter der rauen Schale dieses Mannes eine große Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit verbirgt.