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Martin Felder
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1974 in Rheinfelden (CH) geboren.
KurzbiographieStudierte in Genf, Zürich und Valencia Philosophie, Hispanistik und Germanistik. Abschluss in Ästhetik und Phänomenologie (Arditi-Preis, Genf). Praktikum auf der Feuilletonredaktion der Basler Zeitung, anschließend freier Mitarbeiter. Buchbesprechungen, Filmrezensionen, Ausstellungskritiken. Mitglied im „Forum junger Autorinnen und Autoren“, Hamburg. Autor von Kurzgeschichten. Veröffentlichte in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien.
Drehbuch2003 „Raun“ Psychodrama, 90 Minuten, Drehbuchwerkstatt München 2003 „Trockene Luft“, Kurzfilm, Drehbuchwerkstatt München
Auszeichnungen1995 Werkbeitrag für Literatur von Stadt und Kanton Luzern 2002 Prix Jeanne Hersch en Ethique der Arditi-Stiftung, Genf 2002 Stipendium der Österreichischen Nationalbank
Literarische Veröffentlichungen (Auswahl) 1999 „Gefunden“, in Entwürfe für Literatur, Themenheft Erinnerung 2002 „Nach langen Jahren“ in 9. Open Mike, Allitera Verlag, München „Der Gast“ in Jahrbuch 2002, Forum junger Autorinnen und Autoren, Hamburg 2003 „Das Zimmer“ in Text des Monats, Literaturhaus Zürich
Essay (Auswahl) 1995 „Im Schatten der Vergangenheit“, über Klaus Modick, LNN 2000 „Wenn die Philosophen plötzlich über den Sex nachdenken“, BaZ
„Von der Rückkehr in eine kaum mehr bekannte Heimat“, über Milan
Kundera, 2001 „Die Zeit der Lidias“, BaZ „Streitsache Bildungsreform“, BaZ 2002 “Goya und Pipilotti in Madrid”, BaZ “Auf der Suche nach Orcavella”, BaZ
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RAUN
Versicherungsmathematiker erschlägt den Mann seiner Nachbarin. Psychodrama.
Wegen einer wichtigen Arbeit kommt Amadeus Raun in eine neue Stadt. Sein Arbeitgeber stellt ihm eine alte Wohnung zur Verfügung. Doch kaum ist Raun eingezogen, bricht ein Rohr und sämtliche Zimmer stehen unter Wasser.
Als Raun bei den Nachbarn klingelt, öffnet die schwarzhaarige Barbara die Tür. Ihre Hände sind schlank und weiß, ihr Blick dunkel. Die Frau fragt Raun, was er wolle. Er antwortet, er würde gerne telefonieren. Im Hintergrund erscheint der Ehemann. Plötzlich ist die Nachbarin befangen. Ihr Mann, sagt sie zu Raun, könne sich um den Schaden kümmern, er sei Klempner.
Das Loch in Rauns Wohnung wird trotz der Reparaturarbeiten Tag für Tag größer. Raun zieht vorübergehend zu Barbara und dem Klempner. Zwar versucht er, sich auf seine anspruchsvolle Arbeit bei der Moers Versicherungsanstalt zu konzentrieren. Aber er wird von der Umgebung immer stärker absorbiert und scheinbar ohne, dass er es merkt, in das abgründige Macht- und Abhängigkeitsspiel von Barbara und dem Klempner hineingezogen.
Äußerst geschickt bindet Barbara Raun an sich. Dabei stellt sich heraus, dass sie unter agoraphobischen Anfällen leidet. Raun wehrt sich noch gegen die Nähe. Aber als er entdeckt, dass der Klempner die Frau in den psychischen Ruin zu treiben droht, kann Raun sich nicht mehr befreien. In der düsteren Wohnung greift er zur Waffe und schlägt den Klempner tot.
Barbara und Raun gelingt es, den Mord zu vertuschen. Barbaras Leben ist wieder im Lot. Raun verabschiedet sich von ihr. Erst jetzt kommen seine eigenen Motive für die Tat ans Licht. Amadeus Raun nimmt seinen Koffer und geht. In eine neue Stadt.
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