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Lascha Bakradze
Stefan Tolz |
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Lascha Bakradze und Stefan Tolz kennen sich seit mehr als zehn Jahren. Beide teilen nicht nur ihre Leidenschaft für ihre beiden Heimatländer Deutschland und Georgien, sondern auch den Ansatz, den Deutschen mehr über das Leben in Georgien zu erzählen. So entstand die Idee von georgischem Autor und deutschem Filmregisseur gemeinsam eine fiktive Geschichte über die Saftdynastie der Laridze-Familie aus Tiflis zu entwerfen, um mit georgischem Humor einen für ein deutsches Publikum interessanten Film zu erzählen.
Lascha Bakradze (Jg. 1965), der nach seinem Hochschulstudium in Jena, Bern, Potsdam und Berlin 2002 an der Staatsuniversität Tiflis in Geschichte promovierte, hat zahlreiche wissenschaftliche Artikel publiziert und als Journalist für verschiedene Zeitungen sowie für georgische Radio- und Fernsehstationen gearbeitet. Neben seiner Arbeit als Programmreferent des Goethe-Institutes in Tiflis (1996-2002) hat er sich einen Namen als Film- und Gesellschaftskritiker in Georgien gemacht. In Deutschland ist er dem Publikum von Arthaus-Filmen als Schauspieler vor allem durch seine Hauptrolle in der Kinogroteske Lost Killers (Dito Tsintsadze, 1999) bekannt. Er hat inzwischen in mehreren deutschen Kino- und Fernsehproduktionen mitgewirkt und als Co-Autor für Kurzfilmdrehbücher (Der See, G. Tskheidze, 2000 – Screenplay Award, Texas Intern. Short Film Festival 2002) Erfahrungen gesammelt. „Der Saftmischer“ ist sein erstes Drehbuch zu einem abendfüllenden Spielfilm.
Stefan Tolz (Jg. 1966), der an der Münchner Filmhochschule sein Handwerk als Dokumentarfilmer erlernte, studierte noch zu Sowjetzeiten auch anderthalb Jahre an der Kinofakultät des georgischen Theaterinstitutes in Tiflis, woher sein Bezug zum Kaukasus stammt. In den letzten Jahren hat er zahlreiche lange Dokumentarfilme und Kulturfilme für die ARD realisiert, davon mehrere über den Kaukasus, wie z.B. den Dreiteiler DURCH DEN WILDEN KAUKASUS mit Fritz Pleitgen (2000). Nach seinen beiden abendfüllenden Kinodokumentarfilmen, dem opulent-spielerischen Kaukasisches Gastmahl (1993) und dem zuletzt international ausgezeichneten Am Rande der Zeit – Männerwelten im Kaukasus (2001) möchte er mit „Der Saftmischer“ nun sein Spielfilmdebüt wagen. |
Der Saftmischer
Ein wundersames Märchen aus dem Kaukasus
Ein georgischer Lausbub findet während der Stalinzeit seine große Liebe im berühmten Ladenlokal seines Säfte brauenden Vaters in Tiflis. Vom legendären selbstgemischten Aphrodisiakum des alten Saftmischers betört, wird der Junge früh erwachsen, verliert aber nicht nur seine Unschuld, sondern auch seine Traumfrau. Enttäuscht von den Wirren der Liebe findet er seine Bestimmung in der Entwicklung eines der Menschheit zum Glück verhelfenden Wundersaftes.
Doch weder die sowjetische Bürokratie noch die Saft-Konkurrenz aus dem Westen interessiert sich für seinen Traum vom glücklichen Menschen. Als aber nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion der über Generationen von seiner Familie geführte Saftladen vor dem Aus steht, schlägt er allen ein Schnäppchen und findet letztlich im hohen Alter doch noch sein privates Glück.
Geschrieben als humorvolle und skurrile Liebesgeschichte ist „Der Saftmischer“ ein fiktiver Rückblick auf die Geschichte einer tatsächlich in Tiflis lebenden Saftmischer-Familie, die noch heute den bekanntesten Saftladen Georgiens betreibt, der immer ein wichtiger Treffpunkt war - als zweites Wohnzimmer, Stammlokal und als beliebter Umschlagplatz für Klatsch und Neuigkeiten.
Die farbenfrohe Mentalität der Georgier spiegelt sich in den Charakteren wieder, die die Liebesgeschichte von Giorgi und Nino umrahmen: Da gibt es den lebenslustigen Vater Grigol, der mit einem Mutsaft der Roten Armee zum Sieg bei Stalingrad verholfen haben will und der den „bösen“ Geheimdienstchef Onkel Laurentij mit einem Liebestrank bei Laune halten muss. Oder die resolute Kassiererin Anna, Seele des Saftgeschäfts, die Vater und Sohn gleichermaßen zu befriedigen weiß. Dass die Georgier auch in schweren Zeiten nie ihren kaukasischen Witz verloren haben zeigen Stammgäste wie die nie altern wollende Opernsängerin Eleonora, der weibische Tuchmacher Sascha Partnoi oder der immer wieder auftauchende allwissende Dichter, der als ‚Conferencier’ mit Phantasie und Poesie den Alltag in der Sowjetunion zu meistern weiß.
Eine mit Herz geschriebene Parabel im Stile der georgischen Tragikomödien über die niemals endende Suche der Menschheit nach Glück.
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